Lesenswerter Kommentar von Seyran Ateş zum Thema "Integration"
von Patrick um 14:16 Uhr in Politisches
Lesenswerter Kommentar von Seyran Ateş zum Thema "Integration" auf Zeit Online:
Deutschland, gibt es dieses Land überhaupt? Deutschsein ist doch lediglich eine Konstruktion, glaubt der ausdifferenzierte, politisch korrekte Multikulturalist. Jeder Mensch auf deutschem Boden muss dieselben Rechte haben. Natürlich geht damit nicht einher, dass von allen Menschen, die in diesem Land leben, das Gleiche gefordert wird. Rechte und Pflichten sind grundverschiedene Dinge. Bei den Pflichten wird so lange differenziert, bis allen nach Deutschland zugezogenen Menschen das Recht zugesprochen wird, sich gegen jede Forderung des deutschen Staates zur Wehr setzen zu dürfen. Der »Zugewanderte« darf fordern, muss aber seinerseits nichts erfüllen, da er nach gründlicher Differenzierung als Opfer identifiziert wird.
Ist ganz interessant, sich selbst und seiner eigenen Sozialisation gelegentlich den Spiegel vorhalten zu lassen.
Es ist eine Ironie der Integrationsdebatte, dass diejenigen, die ihr Deutschsein verleugnen, uns Migranten immer wieder erklären, dass wir stolz darauf sein sollten, Migranten – Türken, Kurden, Muslime – zu sein. Sie kämpfen für den Erhalt unserer Identität und sind irritiert, wenn wir ihren Wunsch nicht erfüllen mögen. Wenn wir ihnen erklären, dass wir mehrere Identitäten haben, und zwar auch eine deutsche, sind sie ganz verzweifelt, weil sie gar nicht verstehen können, wie jemand freiwillig Deutscher sein kann.
Link: Deutsch, na klar — Zu viel Differenzierung schadet der Integration.
Freiheit ist Sicherheit
von Patrick um 00:21 Uhr in Politisches
Unter diesem Thema, genauer "Freiheit ist Sicherheit – Demokratie braucht keine Überwachung", findet kommenden Samstag, den 24. November 2007 ab 12 Uhr eine Demonstration in Köln "gegen die zunehmende Überwachung der Bundesbürger durch die Gesetzesvorhaben der Bundesregierung" statt.

Die Vorratsdatenspeicherung ist zwar vom Bundestag abgesegnet worden, aber das ist noch lange kein Grund, alle Hoffnung fahren zu lassen. Neben der Demonstration am Samstag in Köln gibt es weiter noch bis zum 24. Dezember die Möglichkeit, sich an der "größten Verfassungsbeschwerde" in der Geschichte der Bundesrepublik zu beteiligen. Dazu kann man sich beim Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung registrieren und eine Vollmacht für die Sammelklage ausdrucken und der vertretenden Anwaltskanzlei zukommen lassen. Im Rahmen der Teilnahme an der Verfassungsbeschwerde entstehen (außer dem einen Brief) übrigens keinerlei Kosten.
Ich unterstütze sowohl die Verfassungsbeschwerde und werde auch bei der Demonstration mit dabei sein.
Und noch was neues: Reisepass
von um 12:34 Uhr in Politisches
Ich war heute auf dem Bürgeramt, um noch vor dem ersten November einen Reisepass ohne die leidigen Fingerabdrücke zu beantragen. Wer sich fragt "Wozu denn das?", kann sich unter anderem beim Chaos Computer Club (CCC) oder bei Heise zu dem Thema schlau machen. Ob es den einzelnen interessiert oder nicht, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich jedenfalls habe keine Lust, mich auf dem Amt — ohne je auch nur einmal unangenehm aufgefallen zu sein — vorsorglich erkennungsdienstlich behandeln zu lassen und diese Daten unter Umständen auch noch jedem Land zur Verfügung zu stellen, das ich mit dem Pass im Gepäck durchreise.
Der ganze Vorgang ging fix wie nie zuvor: nicht einmal eine Viertelstunde verbrachte ich ab dem Ziehen meiner Marke auf dem Bürgeramt, nicht schlecht. Da mein Reisepass eigentlich noch knapp drei Jahre gültig gewesen wäre, fragte mich die freundliche Dame nach Abschluss der Formalitäten noch, ob mein alter Pass den voll gewesen sei. Auf meine Antwort, nein, das nicht, aber ich hätte halt gerne noch einen Reisepass ohne Fingerabdrücke, schaute sie mich dann etwas unsicher an. Vermutlich habe ich dann ab heute in irgendeiner Datei ein Häkchen bei "konspiratives Verhalten" oder so…
One blogpost for Burma
von um 00:30 Uhr in Politisches
Ich bin zwar nicht vollends davon überzeugt, dass der heutige Protest tatsächlich etwas bewirkt, aber das sollte wohl nicht davon abhalten, es nicht zumindest zu versuchen und ein Zeichen zu setzen. Und Unterstützung können die Menschen in Myanmar (Burma/Birma) momentan wohl mehr als gebrauchen.
Planet unter Beobachtung
von um 13:49 Uhr in Politisches
Einen sehr sehenswerten Videoclip als Mahnung auf die zum 1. Januar geplante Vorratsdatenspeicherung, hat Alexander Svensson aus den Beständen der Prelinger Archives zusammengeschnitten (via netzpolitik.org):
Link: sevenload.com
Damit verbunden auch gleich der Aufruf: Wem das nicht passt, kann etwas dagegen tun. Und zwar zum Beispiel am kommenden Samstag, dem 22. September 2007 in Berlin unter dem Motto "Freiheit statt Angst" auf die Straße gehen:
Ich selbst werde leider nicht teilnehmen können, bin aber für jeden dankbar, der dort anwesend ist.
Gründe für meinen Wechsel von Feedburner
von um 23:00 Uhr in Internes, Persönliches, Politisches
Ich hatte ja versprochen, noch einmal näher auf die Gründe einzugehen, die mich bewogen haben, den Service von Feedburner in Zukunft nicht mehr in Anspruch zu nehmen. An den Funktionen liegt es nicht, mit dem Service des Angebots bin ich nach wie vor zufrieden: Feedburner speichert den eigenen RSS-Feed zwischen, nimmt dadurch einigen Traffic vom eigenen Server und man hat verschiedene Möglichkeiten den Feed aufzubereiten/verschönern. Der Service, wegen dem wohl die meisten Blogger Feedburner für ihre Feeds nutzen, ist aber wohl die Statistikfunktion, die Auskunft über die Anzahl der Leser und die verwendeten RSS-Reader gibt. Zweifellos eine interessante Sache. Seit einiger Zeit sind auch weitergehende Seitenstatistiken möglich.
Der Grund, warum ich auf diese also zugegeben nützlichen Dienste in Zukunft verzichten werde, ist so einfach wie unspektakulär — und einige werden es vielleicht auch schon vermutet haben: Feedburner wurde von Google gekauft. Natürlich wird durch diesen Deal jetzt alles toller, höher und weiter und endlich kann man auch seine Feeds mit Adsense-Werbung bestücken und damit monetarisieren. Allerdings möchte ich weder meine Leser mit Adsense-Werbung in den Feeds belästigen, noch, dass Google meine Statistiken verwaltet und zu ihrem bereits bestehenden Portfolio hinzufügt.
Ich möchte dabei nicht falsch verstanden werden, ich habe nichts prinzipiell gegen Google oder die Dienste, die das Unternehmen anbietet. Google bietet zweifellos hervorragende Dienste wie GMail, GoogleEarth, GoogleMaps, Picasa und diverse andere Dienste, nicht zu vergessen natürlich die Suchmaschine. Und ich nehme diese Services gelegentlich auch gerne in Anspruch. Das Problem, dass ich mit diesen ganzen Diensten allerdings habe ist, dass sie meinem Verständnis nach zwar unentgeltlich genutzt werden können, mitnichten aber kostenlos sind.


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