Reisebericht: Prolog ‹ Usbekistan
von Patrick um 18:47 Uhr in Lesen, Sehen

Flagge der Republik Usbekistan
Nach Usbekistan sollte es nun also gehen. Ich gebe zu: Bevor ich mich entschlossen hatte, nach Usbekistan zu reisen, wusste ich praktisch nichts über dieses Land und insgesamt auch recht wenig über die gesamte Region Zentralasien. Wie kommt man nun überhaupt dazu, eine Reise dort hin unternehmen zu wollen — in ein Land, bei dem viele Menschen zunächst vermuten man wolle sie veräppeln, wenn man ihre Frage nach dem Urlaubsziel mit “Usbekistan” beantwortet? Ich kann an dieser Stelle natürlich nur für mich sprechen.
Zum ersten Mal trat Usbekistan vor etwa zwei bis drei Jahren in mein Bewusstsein, als ich einen Stand des usbekischen Fremdenverkehrsamts auf einer Reisemesse sah. Sofort beeindruckten mich die ausgestellten Bilder, auch reizte mich die Wüste und natürlich die Geschichte, die eng mit der alten Seidenstraße verknüpft ist. Auf meiner virtuellen Liste der zu bereisenden Länder machte ich mir bereits damals den Vermerk “unbedingt irgendwann mal hinfahren”. Konkret wurde es, als ich meinen diesjährigen Resturlaub vor mir hatte und außerdem das dringende Gefühl, noch einmal etwas ganz anderes sehen zu wollen. Da ich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr viel Zeit hatte, mich auf eine Reise ordentlich vorzubereiten — was in meinen Augen unbedingt notwendig ist, wenn man in eine sehr andere Kultur als die eigene eintaucht — und schon länger überlegte, einmal eine organisierte Gruppenreise zu testen, sah ich mir die Angebote verschiedener Reiseveranstalter an. Unter den Reisen, die in meinem Urlaubszeitraum angeboten wurden, schieden die meisten schon aus Kostengründen aus, übrig blieben Rundreisen durch Marokko und Usbekistan.

Die Altstadt von Chiwa in der Dämmerung
Die Entscheidung fiel nicht schwer: Marokko steht zwar auch schon länger auf meiner virtuellen Liste, aber Usbekistan interessierte mich direkt von Anfang an. Und als ich mich noch in den Weiten des Netzes ein wenig kundiger machte, war ich sofort Feuer und Flamme. Und die Tatsache, dass ich so wenig über das Land und die Region wusste, machte die ganze Sache natürlich umso spannender.
Der Rest vom Anfang ist kurz erzählt: Ich buchte die Reise — die Mindestteilnehmerzahl war zu diesem Zeitpunkt bereits erreicht — mit Übernachtungen in einem Einzelzimmer (wenn schon Gruppenreise, dann wenigstens mit erholsamer Nachtruhe ohne schnarchenden Mitbewohner) und kaufte mir einen Reiseführer. Dessen Lektüre steigerte natürlich die Vorfreude nicht unwesentlich, verschaffte mir zumindest einen groben geschichtlichen, politischen und geografischen Überblick und machte definitiv Lust auf mehr. Und es versprach, ein abenteuerlicher Urlaub zu werden und für mich neben der (vergleichsweise europäischen) Türkei die erste Reise in ein islamisches Land.
Im Rückblick kann ich sagen: Es war ein abenteuerlicher Urlaub und ein sehr interessanter und lehrreicher dazu. Und ich wage zu prognostizieren, dass Usbekistan eine rosige Zukunft bevorsteht, was den Tourismus angeht — vorausgesetzt allerdings, es ändert sich in den nächsten Jahren politisch und infrastrukturell so einiges. Da ich von unterwegs — wie bei einigen meiner anderen Reisen — nicht berichten konnte, möchte ich dies nun in der nächsten Zeit rückblickend nachholen.
| Beitrag verfasst: | am 15. Dezember 2007 um 18:47 Uhr von Patrick |
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