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6. April 2007

Zurück in Tokyo ‹ Japan

von Patrick um 13:54 Uhr in Lesen, Sehen

Hanami im Ueno Park, Tokyo Den heutigen Morgen ließ ich etwas ruhiger angehen und blieb ein wenig länger im Bett liegen als gewöhnlich. Nachdem ich mich noch etwas weiter nett mit meinen Zimmer-Mitbewohnern unterhalten hatte, die samt und sonders ebenfalls heute weiter zogen, machte ich mich schließlich gegen 9 Uhr auf zum Kyoto Eki, reservierte einen Sitzplatz und saß um 9:35 Uhr im Hikari Super Express Shinkansen nach Tokyo. Zweieinhalb Stunden später dann kam ich wieder in Tokyo an — nicht ohne bei dem schönen Wetter heute aus dem Zug einige Blicke aus der zweiten Reihe, denn Fensterplätze waren aus, auf den (zeitweise, denn das geht mitunter sehr, sehr schnell) unverhüllten Mt. Fuji in ganzer Pracht werfen zu dürfen.

Noch mehr Hanami im Ueno Park, Tokyo Wieder im Sakura Hostel angekommen, machte ich mich, nachdem ich meine Habseligkeiten etwas sortiert hatte, wieder einmal auf den Weg zum Sensō-ji, aß an einem Straßenstand auf dem Weg zur Metrostation und fuhr nach Ueno, um ein wenig Hanami (”Blütenschau”) zu betreiben. Die Kirschblüte hier in Tokyo ist allerdings seltsamerweise schon weitgehend durch, wobei sie in Kyoto gerade auf dem Höhepunkt ist — seltsam, weil Kyoto doch ein ganzes Stück südlicher liegt. Vielleicht liegt es aber an den Bergen rund um Kyoto…

Akihabara Electric Town, Tokyo Anschließend fuhr ich noch einmal nach Akibahara (Akiba, wie es auch gerne abgekürzt wird), da ich mich nach einem Kopfhörer für meinen mp3-Player umsehen wollte. Dieses Unterfangen gab ich allerdings schnell wieder auf und ließ mich stattdessen einfach ein wenig treiben. So trieb es mich unter anderem in einen Musikladen, der auf 6 Stockwerken CDs, DVDs, Anime und Zubehör — sowie, auf Stockwerk 5, “Idol”-Kram anbot. Im Klartext also die Mädchenabteilung für Jungs. Im wesentlichen (Soft-)Porno-Zeug. Ich warf einen kurzen Blick in die Abteilung um es mal gesehen zu haben, verzog mich aber ganz schnell wieder, als ich auch nur einen relativ kurzen Blick auf das Angebot geworfen hatte. Waren die meisten angebotenen Filme noch Bikinifilmchen mit durchschnittlich 16-18jährigen “Idols”, gab es direkt am Eingang ein Regal mit 9-12jährigen Mädchen, die sich auf den Covern in ziemlich un-kleinmädchenhaften Posen im Bikini räkelten oder ihren Hintern der Kamera entgegen streckten. Und davor quasi sabbernde Männer im Anzug. Brrr, ziemlich widerlich. Meiner Meinung nach hat Japan ein Problem mit diesem ganzen Lolita-Manga-Gedönse. Und die Frauen (Mädchen) spielen hier ja ein gutes Stück auch mit: viele teilweise noch ziemlich junge Mädchen kleiden sich sehr freizügig, teilweise auch recht bizarr und gerne irgendwie “kawaii” dabei.

Akihabara am Abend, Tokyo“Kawaii” ist eines dieser Worte, die man hier recht schnell lernt, denn kawaii ist fast alles. Kinder, (Hello) Kitty-chan, Bärchen, Klamotten und eigentlich sonst auch noch eine ganze Menge. “Kawaii” benutzen dabei nicht nur Frauen (obwohl diese natürlich besonders oft) sondern durchaus auch Männer finden eine Menge kawaii. Wer es noch nicht ahnt, “kawaii” bedeutet “süß“. Und was nicht kawaii ist, ist manchmal aber “sugoi”, manchmal auch einfach beides. “Sugoi” hört man hier auch an jeder Ecke: Sugoi sind Tempel, Landschaften, Essen, Wasserfälle, das Wetter und auch sonst noch wieder allerlei. Und “sugoi” bedeutet soviel wie “toll”, “super”, “phantastisch”.

Mädchen verteilt Flyer für Meido-Café in Akihabara, TokyoUm aber wieder auf Akihabara zurück zu kommen: auch durch die Mädels in Maid-Uniformen (also schwarzweiße Dienstmädchen- Uniform im französischen Stil mit Minirock, Schürze und Strümpfen), die Flyer für Meido-Cafés verteilten ließ ich mich nicht zu einem Besuch bewegen. Auch Kumi hatte mich schon mit einem Grinsen gefragt, ob ich denn in Akiba in einem Meido-Café gewesen sei, schließlich höre man, dass sie auch gerade bei Gaijin sehr beliebt seien. Diese Cafés gibt es in Japan auch wohl nur in Akihabara. Gehört hat der ein oder andere bestimmt schon mal davon, es sind die Cafés, in denen sich die wohl vorwiegend männliche Kundschaft von, als seine liebste Mangafiguren oder halt als Dienstmädchen, Maid — daher der Name Meido —, bedienen lassen kann. Da ich keine Mangas lese noch wirklich Anime schaue und auch heute ausnahmsweise dieses Dienstmädchending nicht brauchte, ließ ich es einfach sein, sondern fuhr statt dessen zurück nach Asakusa, wo ich in einem Ghibli-Laden, über den ich zufällig stolperte, lieber einen kleinen Totoro-Türvorhang erstand (ich gebe zu, das beißt sich ein klein wenig mit einer vorgenannten Aussage, aber vielleicht hätte das Café ja mehr Erfolg gehabt, wenn mich ein Totoro oder ein Kohlemännchen hinein gebeten hätte)… :)

Meine letzte Tat war dann, wieder eine Portion der unglaubliche leckeren, handgemachten Soba mit Ente zu verspeisen, die ich bereits bei meinem ersten Aufenthalt in Tokyo so lecker gefunden hatte. Vielleicht bekommt man günstigere Soba aber bestimmt nicht leckerere…

Morgen ist dann mein letzter Tag in Japan und schon am Sonntag geht es bereits wieder zurück nach Deutschland…

Beitrag verfasst:am 6. April 2007 um 13:54 Uhr von Patrick
Kategorie(n):Lesen, Sehen
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