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5. April 2007

Sakura (Kirschblüte) und Nara ‹ Japan

von Patrick um 11:55 Uhr in Lesen

Die guten Dinge gestern gingen sogar noch weiter: Als ich ins Hostel zurückkehrte, gab es für jeden Gast zur Feier der Kirschblüte (Sakura) ein Stück Torte und anschließend noch einen Becher Sake (japanischen Reiswein). Diese genoss ich zusammen mit einem Kanadier, den ich just zuvor in der Küche kennen gelernt hatte und mit dem ich (sowie später noch mit einem ebenso netten Taiwanesen (und passionierten Fotografen und Blogger ) einen interessanten Abend verbrachte.

Heute machte ich mich dann früh in Richtung Nara, etwa 40 km südlich von Kyoto, auf, wo wieder einiges an Weltkulturerbe auf mich wartete. Ebenfalls eine alte Hauptstadt Japans bot sich mit dem Todaiji-Tempel auch das größte Holzgebäude der Welt an, besichtigt zu werden. Dieser Tempel erwies sich dann auch als äußerst beeindruckend: ein wahrhaft gigantisches Gebäude, das in seinem Inneren einen weiteren Daibutsu (großen Buddha) beherbergt, noch weit größer, als der Daibutsu in Kamakura. Das Gebäude teilte ich mir mit Heerscharen von koreanischen Ajummas (wie habe ich diese Schirmmützen vermisst… :) ) und Menschenmengen aus weiteren Japanern, Chinesen und einigen Westlern. Sehr beeindruckend.

Da die letzten Tage (Wochen) mehr straffes Programm als Erholung waren und zudem ja noch etwas unangenehmer Stress dazu kam, beschloss ich, heute mal etwas kürzer zu treten und mir einen sehr entspannten Tag zu machen. Das Wetter war traumhaft schön, wenn auch — wie die letzten Tage überhaupt — sehr kalt, fast sogar winterlich. Der Erholung kam entgegen, dass fast alle Sehenswürdigkeiten in Nara in einem bewaldeten Park liegen, durch den man trefflich flanieren kann, sich ab und zu an Pocari Sweat oder anderen Getränkeautomaten (die ja hier überall stehen, egal ob Stadt, Wald oder Tempel; steht man vor einem Automaten, steht schon der nächste in Sichtweite) bedienen und sich es gut gehen lassen kann. Ein heißer Kaffee aus der Dose gehört am Morgen auch seit langem fest zum Programm.

Als nächstes besuchte ich den Kasuga-Taisha-Schrein, ebenfalls ein sehr bekannter Schrein und auch sehr schön, auch wenn sich mittlerweile langsam, nach gefühlten 500.000 Schrein- und Tempelbesuchen in Japan, eine gewisse “Tempelmüdigkeit” einstellt. Eine Sache — so habe ich beschlossen — die ich in die Heimat zurückgekehrt nicht wirklich vermissen werde, sind japanische Süßspeisen in Form von Mochis. Ab und zu ganz ok, aber mich nervt an japanischen Süßspeisen, dass diese praktisch immer gezuckerte Azukibohnen enthalten. Alles ist hier entweder mit Azukibohnen gefüllt oder schmeckt Alternativ nach grünem Tee. Es gibt grünes Tee-Eis (habe es probiert, brauche ich nicht nochmal: außen hart und mit grünem Tee Geschmack, innen weich und süß und mit grünem Tee Geschmack, aber immerhin ohne Bohnen) oder Waffeleis gefüllt mit — jawohl, Azukibohnen. und nicht nur ich falle immer wieder darauf rein, andere Leute können die süßen Bohnen auch schon nicht mehr sehen und sie sind überall. Wie ich gerade jetzt auf die Bohnen komme? Ich kaufte von einigen ältlichen Nonnen am Wegesrand eine japanische Süßspeise, die mal anders aussah (gegrillte Reiskuchen in Flüssigkeit). Und was schwamm in der Flüssigkeit, als ich umrührte? Azukibohnen. Überraschung!

Da ich noch nicht wirklich viele Museen in Japan besucht habe, sah ich mir also (schön warm) als nächstes noch das Nationalmuseum in Nara und darin jede Menge buddhistische Kunst an. Anschließend — wir erinnern uns: Entspannung! — trank ich noch einen leckeren heißen Kaffee in der Lobby des Museums.

So gestärkt ging es noch ein wenig durch die Altstadt und dann nahm ich eine Bummelbahn zurück nach Kyoto, die auch gleich viermal so lang brauchte, wie die Hinfahrt gedauert hatte. Gleich gibt es noch mal irgendeine Suppe in den Magen und morgen geht es dann zum Endspurt wieder an den Anfang der Reise, zurück nach Tokyo. Und die letzten Tage werde ich auch gepflegt verbummeln und das letzte Bare auf den Kopf hauen, vorzugsweise für Essen, denn ich fürchte neben viel Geld habe ich auch die ein oder anderen Kilos in Japan gelassen und die hätte ich ganz gerne bald wieder auf den Rippen, denn so war das eigentlich nicht geplant…

Beitrag verfasst:am 5. April 2007 um 11:55 Uhr von Patrick
Kategorie(n):Lesen
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