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28. März 2007

Hakone ‹ Japan

von Patrick um 13:30 Uhr in Lesen

Da das Internet für den Moment zu funktionieren scheint, versuche ich mich mal an einem kurzen Bericht der letzten Tage.

Von Nikko aus fuhr ich via Tokyo mit dem Shinkansen nach Odawara, dem Tor zu Hakone, dem vermutlich liebsten Naherholungsgebiet der Tokyoter und nur knapp 40 Minuten mit dem Shinkansen von Tokyo entfernt. Die Gegend ist ein Nationalpark in einer Vulkangegend, d.h. man hat viel Natur, Wanderwege und Berge und — für die Japaner recht wichtig — heiße Quellen (“Onsen”).

In Odawara kaufte ich mir den drei Tage gültigen Hakone Free Pass, mit dem ich mich frei mit allen Verkehrsmitteln in der Region bewegen konnte, da Japan Rail hier nicht operiert und die Gegend fest in der Hand privater Gesellschaften ist. Mit dem Bus fuhr ich dann nach Moto-Hakone, etwa eine Stunde im Nationalpark schön am Ashi-See gelegen und bei gutem Wetter mit (theoretisch) tollem Blick auf den Mount Fuji.

Dort angekommen checkte ich in meinem Minshuku, dem Moto-Hakone Guesthouse, ein und machte mich anschließend auf den Weg, ein wenig die Gegend zu erkunden. Einen ersten Blick auf den Fuji hatte ich nach etwa 10 Minuten, der Tag war allerdings sehr dunstig und die Sicht entsprechend schlecht. Ich schaute mir Moto-Hakone und Hakonemachi, den nächsten kleinen Ort, an und besuchte einen Nachbau des alten Kontrollpostens, denn Hakone liegt an der alten Tokaido-Straße, die Kyoto und Tokyo (Edo) verband.

Am nächsten Tag stand ich früh auf und machte mich daran, die traditionelle “Loop”, den klassischen Rundkurs durch Hakone mit verschiedenen Verkehrsmitteln zu starten: Von Moto-Hakone ging es mit dem Bus nach Hakone-Yumoto, dort wurde gefrühstückt, dann ging es mit der Bahn weiter nach Chokoku-No-Mori. Dort schaute ich mir das Hakone Open Air Museum an, das leider sehr teuer und für meine Begriffe nur mäßig interessant war: hauptsächlich moderne Skulpturen, etwas Picasso-Keramik und das alles in 60er Jahre Betonarchitektur, die hier in Japan sowieso ziemlich verbreitet ist. Anschließend fuhr ich mit der Bahn eine Station weiter nach Gora und schaute mir den dortigen Park an, der mit dem Free Pass umsonst war und der sehr schön war. Wenn alles grünt und blüht muss dieser Park phantastisch schön sein.

Weiter ging es per Cablecar den Berg hoch nach Sounzan und von dort direkt weiter per Seilbahn in die vulkanisch aktivste Region Owakudani. Dort dampfte und rauchte es auch sehr schön und heiße Quellen produzierten Wasser und stinkende schweflige Gase. Sehr beliebt sind neben dem Blick auf Mount Fuji, der aufgrund des schlechtes Wetters nur gelegentlich zu erahnen war, in diesen vulkanischen Schwefelquellen gekochte Eier, die es im Sechserpack für 500 Yen zu erwerben gab und deren Genuss das Leben um je mindestens 1 Jahr verlängern soll. Die Eier sind äußerlich komplett schwarz und sehen nicht recht appetitlich aus, pellt man die Schale aber ab, sehen sie wie ganz normale hart gekochte Eier aus und schmecken auch so. Jedenfalls sollte ich jetzt ca. 5 Jahre länger Leben, wenn mich nicht vorher mein durch den Konsum zu vieler Eier erhöhter Cholesterinspiegel unter die Erde bringt.

Der Vulkan war definitiv das Highlight des Tages für mich, hatte ich doch noch nie zuvor die Gelegenheit, Vulkanismus (wenn auch eher “light”) so nah erleben zu können. Sehr beeindruckend. Da die Seilbahn für den nächsten Abschnitt bis Mai 2007 modernisiert wird, ging es per Ersatz-Schuttlebus weiter ins Tal wieder zum Ashi-See und dann mit dem Ausflugsboot wieder zurück nach Moto-Hakone, wo ich am späten Nachmittag wieder ankam. Eine schöne Runde, hat mir gut gefallen, auch wenn das Wetter eher bescheiden war.

Den Fuji in seiner vollen schneebedeckten Pracht ohne ein einziges Wölkchen am Himmel bekam ich dann heute morgen zu sehen, als ich kurz vor meiner Abreise noch einmal zu einem Aussichtspunkt wanderte. Das war tatsächlich sehr beeindruckend, der Mt. Fuji ist schon wirklich ein sehr majestätischer, schön anzusehendender Berg. Und eine sehr seltenen Gelegenheit ihn in ganzer Pracht zu sehen dazu. Knapp zwei Stunden später, als ich mit dem Shinkansen auf meinem Weg nach Hiroshima wieder am Fuji vorbei fuhr, hatte er sich wieder hinter Dunst und Wolken komplett zurückgezogen und war nicht mal mehr zu erahnen…

Heute Abend war ich dann noch mit Tom, einem Engländer aus London, nett Ramen essen und den Atombombendom ansehen, morgen geht es dann in den Friedenspark…

Beitrag verfasst:am 28. März 2007 um 13:30 Uhr von Patrick
Kategorie(n):Lesen
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