Japan » Wieder ein kurzes Lebenszeichen
von um 15:49 Uhr in Japan, Reiseberichte
Nachdem der Server wohl einige Zeit ausgefallen war, ist die Seite wieder zurück. Es könnte aber sein, dass Emails verloren gegangen sind. Wer mir also in den letzten zwei bis drei Tagen geschrieben hat möge dies bitte wiederholen, bei mir ist nichts angekommen.
Ich bin immer noch in Hiroshima, habe mir gestern das volle Atombombenprogramm gegeben, das tatsächlich emotional recht fordernd war. Das Museum hier ist wirklich sehr gut und gibt viele Informationen zu Atombomben generell und zum Abwurf auf Hiroshima im speziellen. Nichts für empfindliche Gemüter, denn einige der ausgestellten Gegenstände sind ziemlich heftig. So kann man unter anderem abgefallene Haut, ausgefallenen Fingernägel und ausgefallene Haare einiger Opfer betrachten, von expliziten Fotos von verbrannten und verstümmelten Menschen mal ganz abgesehen. Neben dem Museum existiert ein hervorragendes "Memorial Center", in dem man sich unter anderem Berichte Überlebender als Videos und Texte ansehen bzw. –hören kann. Aber mehr dazu ein anderes mal.
Heute machte ich mit Tom und Emma, beide Briten — der eine aus London mit charakteristischem Akzent "Oh, you’re so cockney!"), die andere eher posh mit Queen Elisabeth-Englisch (und beide äußerst nett) — einen Ausflug zur "Schrein-Insel" Miyajima, einem der "most scenic spots" Japans und Heimat des berühmten Itsukushima-Schreins. Sehr lohnend in der Tat. Ich fürchte, ich habe mir einen Sonnenbrand geholt. Außerdem gab es Rehe, die einem die Karten aus der Hand fraßen (bei der Touristeninformation wird explizit darauf hingewiesen, dass verspeiste JapanRail-Pässe nicht ersetzt werden können) und wilde Affen auf dem Misen-Berg. Aber ich schreibe wirr, also später mehr. Mir geht’s jedenfalls ziemlich gut. Morgen verlasse ich Hiroshima wieder, aber — ihr ahnt es schon — dazu später mehr… :)
Japan » Hakone
von um 13:30 Uhr in Japan, Reiseberichte
Da das Internet für den Moment zu funktionieren scheint, versuche ich mich mal an einem kurzen Bericht der letzten Tage.
Von Nikko aus fuhr ich via Tokyo mit dem Shinkansen nach Odawara, dem Tor zu Hakone, dem vermutlich liebsten Naherholungsgebiet der Tokyoter und nur knapp 40 Minuten mit dem Shinkansen von Tokyo entfernt. Die Gegend ist ein Nationalpark in einer Vulkangegend, d.h. man hat viel Natur, Wanderwege und Berge und — für die Japaner recht wichtig — heiße Quellen ("Onsen").
In Odawara kaufte ich mir den drei Tage gültigen Hakone Free Pass, mit dem ich mich frei mit allen Verkehrsmitteln in der Region bewegen konnte, da Japan Rail hier nicht operiert und die Gegend fest in der Hand privater Gesellschaften ist. Mit dem Bus fuhr ich dann nach Moto-Hakone, etwa eine Stunde im Nationalpark schön am Ashi-See gelegen und bei gutem Wetter mit (theoretisch) tollem Blick auf den Mount Fuji.
Japan » Lebenszeichen
von um 12:47 Uhr in Japan, Reiseberichte
Ja, ich lebe noch, habe die letzten beiden Tage ohne Internetzugang im Hakone Nationalpark zugebracht, habe den Mt. Fuji gesehen, schwarze, in vulkanischem Schwefelquellwasser gekochte Eier gegessen (die mich um Jahre länger leben lassen sollen, glaubt man der Legende) und bin heute in Hiroshima angekommen, aber mit ziemlich bescheidener Internetverbindung und jede Menge Leuten im Nacken, die ebenfalls auf einen Computer warten. Wenn ich morgen die Zeit finde, werde ich in ein Internetcafé gehen und von dort aus etwas ausführlicher berichten…
Japan » Achter Tag: Oyama, Tochigi und nette Menschen
von um 14:44 Uhr in Japan, Reiseberichte
Heute war ein sehr interessanter Tag, der mir sicher einige zusätzliche Einblicke in Japan und seine Bewohner verschafft hat, wie ich sie sonst nur schwer hätte bekommen können.
Ich hatte ja bereits geschrieben, dass ich für heute kurzfristig eine Verabredung getroffen hatte. Hintergrund ist der, dass ich letztes Jahr in Seoul am Tag meiner Ankunft im Hostel ein japanisches Geschwisterpärchen kennengelernt hatte. Mit diesen beiden, Kumiko und Koju, war ich öfters abends zusammen essen und auch direkt am ersten Abend unmittelbar nach meiner Ankunft "adoptierten" sie mich direkt und nahmen mich mit auf einen koreanischen Nachtmarkt, wo es, knapp eine Stunde in Seoul angekommen, abenteuerliches Essen gab. Zu Kumi hatte ich das letzte Jahr weiter sporadisch Kontakt und just ein paar Tage, bevor ich nach Japan flog, meldete sie sich. Und fragte, wann ich denn nach Japan käme. "Morgen" war die Antwort… :) Wir schauten dann nach einer Möglichkeit, uns zu treffen, und fanden kurzfristig die Gelegenheit, uns heute in ihrer Heimatstadt Oyama, etwa auf halber Strecke zwischen Nikko und Tokyo gelegen.
Um halb 10 Uhr heute morgen machte ich mich also auf den Weg nach Oyama, denn wir waren für 12 Uhr verabredet. In Utsunomiya stieg ich um, nicht ohne mir einige Mochi, eine sehr sättigende japanische Süßigkeit, für den Weg zu kaufen, und war pünktlich um 10 vor 12 Uhr in Oyama, wo auch schon Kumi — wie verabredet — am Ausgang stand.
Japan » Erdbeben
von um 13:19 Uhr in Japan, Reiseberichte
Habe ich nicht gesagt, dass ich ziemlich unempfindlich bin, was Erdbeben angeht und nicht mal merke dass eins stattfindet wenn ich drauf stehe? Heute muss das wieder passiert sein, wenn man den Nachrichten trauen darf. Und zwar ein richtig heftiges Erdbeben.
Zu dem Zeitpunkt muss ich gerade auf dem Weg zur Bahnstation gewesen sein und eigentlich hätte ich vermutlich etwas merken müssen, denn das Erdbeben fand offensichtlich keine 300 km von Nikko, wo ich mich momentan befinde, statt und dauerte laut Artikel etwa 30 Sekunden. Ich kann aber nur feststellen: Ich habe rein gar nichts gemerkt. Hätte ich nicht zufällig die Meldung gelesen, hätte ich nicht einmal etwas vermutet. Naja, das darf von mir aus auch ruhig so bleiben. Einfallende Häuser um mich herum brauche ich nicht notwendigerweise, weder zu Hause noch auf Reisen…
Japan » Siebter Tag: Tempel & Schreine in Nikko, Chuzenji-See und Kegon Fälle
von um 10:02 Uhr in Japan, Reiseberichte
Das gestrige Onsen-Bad tat tatsächlich sehr gut. leider scheint sich meine Erkältung eher zu verschlimmern, als zu verbessern. Gerade fühle ich mich wieder zunehmend etwas fiebrig, daher nur ein kurzer Beitrag.
War gestern noch ein sehr schöner Tag mit strahlend blauem Himmel, war heute eher Waschküche angesagt. Kein Regen aber neblig und ungemütlich. Sobald die Sonne weg ist, ist es hier sehr kalt, definitiv unter 10 Grad. Nachdem ich mich heute morgen aus dem Bett gequält und fertig gemacht hatte, ging ich wieder zu den Tempeln und sah mir den Rest der Tempelanlagen und Schreine an. Wirklich extrem beeindruckend und insgesamt eine Atmosphäre, die mich etwas "Chihiros Reise ins Zauberland" (den Film) erinnert: überall diese Steinlaternen, reich geschmückte Tempel und Tore, Holzschnitzerereien und Lack, abgedunkelte Innenräume durch die man sich auf Socken bewegt und ab und an Musik oder der Klang von Klangschalen und Holzstöcken, die aufeinander geschlagen werden. Für einen Japanbesuch würde ich Nikko definitiv empfehlen.
Japan » Sechster Tag: Schlaflose Nacht, Shinkansen, Nikko und heiße Quellen
von um 11:47 Uhr in Japan, Reiseberichte
Heute gibt es eigentlich nicht so arg viel zu erzählen. Die Nacht war definitiv eine erinnernswerte der unangenehmen Art: nachdem ich mich gestern noch bei einem Bier von Kjetil verabschiedet hatte und so gegen 3 Uhr im Bett lag, konnte ich zunächst nicht einschlafen; das Bier hatte hier wohl eine etwas paradoxe Wirkung. Als ich dann gerade gegen 4 Uhr weggedöst war, ging eine Höllenmaschine von einem japanischen Handy an, das aber keinem zu gehören schien. So etwas habe ich noch nicht erlebt: es blinkte wie eine ganze Kirmes in verschiedensten Farben und unglaublich hell und spielte zuerst ein "Lied" (Pseudo-Heavy Metal) und alle weiteren zwei Minuten Gitarrenriffs in absolut unglaublicher Lautstärke. Da es ein japanisches Handy war, gelang es weder mir noch einem anderen Zimmer‑ und Leidensgenossen, das Handy abzuschalten, also ging der Spuk etwa eine geschlagene halbe Stunde, dann stellte es sich stumm. Einige der Schlafenden wachten nicht auf und machten auch sonst keine Geräusche, dass ich schon den Exitus vermutete, aber der Alkoholpegel war wohl auf Koma eingestellt. Jedenfalls wurden diese Amerikaner dann um Fünf Uhr von ihrer Lehrerin (?) lautstark und unter Zuhilfenahme eines Hostel-Angestellten, der das Zimmer öffnen musste, geweckt. Meinen Plan, um 7 Uhr aufzustehen, da ich früh nach Nikko aufbrechen wollte, gab ich dann um 5:30 Uhr geschlagen. Aus dem Bett schaffte ich es erst gegen kurz vor 10 Uhr, was mir eigentlich schon viel zu spät war. Aber was sollte ich machen, ausgeschlafen war ich auch noch lange nicht.
Japan » Fünfter Tag: Ginza, Erdbeben, Tokyo Tower und Harajuku
von um 15:32 Uhr in Japan, Reiseberichte
Der Tag heute begann etwas enttäuschend, da sich herausstellte, dass selbst mit einem speziellen Wiederherstellungsprogramm für Bilder auf defekten Speicherkarten meine Bilder offensichtlich nicht mehr zu retten sind. Vermutlich ist die Karte tatsächlich komplett hinüber. Abgesehen von dieser Erkenntnis war der Tag eigentlich recht gut.
Nach dem Frühstück machte ich mich — heute einmal alleine — auf den Weg nach Ginza, dem eher hochpreisigen Edelshopping-Viertel Tokyos. Zumindest einen Blick wollte ich darauf werfen, wenn es mich auch nicht unmittelbar so sehr interessierte. Der Start in den Tag, von diesem Zeitpunkt an, war deutlich besser. In der Bahn nach Tokyo las ich ein wenig in meinen Reiseführer und als ich aufblickte, stand ein kleines, etwa sechsjähriges Mädchen vor mir und präsentierte mir ernst und mit Verbeugung eines ihrer Erdbeerbonbons auf ihrer ausgestreckten Hand. Als ich es entgegennahm und mich auch mit Verbeugung auf japanisch bedankte freute sich das kleine Mädchen sichtlich und auch Mutter und Oma hatten ihren Spaß. Wirklich niedlich!
Japan » Bilder
von um 13:45 Uhr in Japan, Reiseberichte
Kjetil hat mir gerad einen Link zur Verfügung gestellt, unter dem er einige Bilder online gestellt hat. Diese dürften die letzten Tage ein wenig illustrieren…
[Update: Meine eigenen Fotos dieser Tage ließen sich tatsächlich nicht mehr rekonstruieren… :(]
Japan » Vierter Tag: Kamakura, Daibutsu und unschöne Dinge
von um 13:33 Uhr in Japan, Reiseberichte
Heute war einerseits ein recht guter, anderseits ein richtig beschissener Tag. Gut war eigentlich fast alles außer einer einzigen Sache, die finde ich dafür umso bescheidener.
Heute morgen standen wir recht pünktlich auf und verließen das Hostel gegen 9 Uhr — wieder ohne Frühstück. Diesmal kauften wir uns auf dem Weg allerdings eine Bento-Box, das heißt eine japanische Lunchbox, gefüllt in meinem Fall mit Reis, eingelegtem Gemüse, wieder etwas Katsu und einem Stück geräucherten Fisch. Damit ausgerüstet machten wir uns wieder auf den Weg zur Tokyo-Station, um von dort aus einen Tagestrip nach Kamakura, etwa 80 km südlich von Tokyo entfernt zu starten.
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