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2. Oktober 2006

Mobile Home (again)

von Patrick um 21:52 Uhr in Lesen

Ich habe am Wochenende mein Mobiltelefon verloren. Es ist schon ziemlich alt für ein Mobiltelefon und war seinerzeit das erste Modell, dass 4-Band-fähig war, was den Ausschlag für einen Kaufwunsch meinerseits war, da ich gerne auf Reisen auch in der Ferne zumindest per SMS erreichbar bin und erreichen kann. Telefonieren tue ich mit dem Knochen eh kaum, fotografieren schon gar nicht und wenn ich unterwegs bin vergesse ich es gerne auch mal zu Hause, warum eh auch kaum jemand ernsthaft versucht, mich mobil zu erreichen.

Ausnahmsweise hatte ich es am Samstag dann doch mal mit, als ich in netter Begleitung das schöne Wetter und die Freizeit in den örtlichen Naherholungsgebieten genoss. Auf einer Bank beim vegetarischen Picknick, bestehend aus Kohlrabi, seltsamen mit Rote Beete gekreuzten “Ur”-Möhren, von denen man (nein, eigentlich nur ich) violette Lippen beim Essen bekam, Nashi-Birnen und eigentümlichen aber leckeren in Öl eingelegten Tofuhäppchen (sogar mit Kindfett, stand jedenfalls auf der Packung, was es streng genommen etwas weniger vegetarisch macht) ist es mir wohl aus der Tasche gefallen. Was mir erst zwei Stunden später und ca. 8 km entfernt auffiel.

Einem potenziellen Finder dürfte es kaum von großem Nutzen sein, dachte ich, denn es war vom Vertrag längst auf Prepaid umgestellt, das Guthaben abgelaufen und das Gerät selbst alt und angeschlagen. Immerhin war es eingeschaltet. Also versuchte ich, zu Hause angekommen, mal einfach, das Telefon anzurufen. Es klingelte, klingelte und klingelte. Dann wurde ich weggedrückt. Ok, dachte ich, also scheint es zumindest jemand gefunden zu haben. Noch mal das ganze, gleiches Spiel, gleiches Resultat. Über die nächste Stunde rief ich also dann so oft mein eigenes Mobiltelefon an und ließ mich wegdrücken, bis der Finder offensichtlich doch kapitulierte.

Es meldete sich ein Junge, den ich nach Vorstellung meinerseits als Besitzer fragte, ob er denn eine Möglichkeit sehe, dass ich mein Telefon wiedersähe. Das überforderte den jungen Finder wohl doch etwas und er gab mich an seine Mutter weiter. Die sich durchaus kooperativ zeigte und mir einen Namen und eine Adresse gab. Zum Glück in der gleichen Stadt, wenn auch hinter den sieben Bergen. Da ein Termin zur Übergabe noch nicht unmittelbar ausgemacht werden konnte, hinterließ ich meine Nummer und Adresse mit der Zusage und in der Hoffnung auf einen Anruf mit Terminvorschlag. Dieser kam tatsächlich gestern Abend und seit heute Morgen bin ich nach einer längeren Reise vor der Arbeit wieder glücklicher Eigentümer meines Mobiltelefons…

…und eines Flyers mit der Einladung zu etwas spezielleren freikirchlichen Gottesdiensten. Den gab’s nämlich gratis dazu. Von mir gab’s Wein. Ich freue mich jedenfalls, dass das Telefon doch wieder da ist und die Sache so glimpflich abgelaufen ist und danke den ehrlichen Findern. Ist ja heute nicht mehr selbstverständlich. Und abgesehen vom finanziellen Verlust enthält das Adressbuch nämlich auch noch die ein oder andere Nummer, die ich natürlich noch nicht — wie ich es seit Jahr und Tag vorgenommen habe — abgeschrieben habe. Naja, mache ich aber demnächst. Ganz sicher…

Beitrag verfasst:am 2. Oktober 2006 um 21:52 Uhr von Patrick
Kategorie(n):Lesen
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